Kriegstagebuch

 

Da in unserem kleinen Ort

unsere und des Feindes Truppen waren,

Unheil brachten sie nach dort.

Die Berichte bringen in Erinnerung,

gelten der Nachwelt zu ernster Besinnung (Beachtung).


Schon länger hatte es im Osten Deutschlands gegrollt. Am 1. September 1939 fiel die deutsche Armee überraschend in Polen ein. Vorher waren im August Einberufungsbefehle an hiesige Einwohner ergangen. Am 28. August 1939 mussten eintreten Funk, Johann, Juß, Peter, Oeben, Christian, Lehrer Schwarz und Strohband, Josef. Mitten in der Arbeit der Getreideernte wurden die Betriebe ihrer Leiter entblößt und die Schule verlor ihren Lehrer. Nun ergingen die Befehle an die jungen Jahrgänge. Die schwere Arbeit der Getreide-, Kartoffel- und Zuckerrübenernte lastete auf den Schultern der Alten und der Frauen. Unheimliche Stille herrschte im Dörfchen bis auf einmal der Ruf erscholl: Einquartierung.

Am 15.10.1939 hielt eine Kompanie Infanterie ihren Einzug in das Dorf und die 36 Häuser wurden gut belegt. Die Soldaten hatten bereits den Feldzug in Polen mitgemacht und bezogen in Poll Ruhestellung. Im September 1939 wurden polnische Kriegsgefangene in die Landwirtschaft eingesetzt. Sie wurden erst vom Lager Kelz abgeholt, dann von Eggersheim gebracht, zuletzt blieben sie in Poll. Am Schluss waren es 23 Polen, 5 Russen und 7 Russinnen. Ein Pole ist durch Heirat Poll treu geblieben.

19. November entsetzlicher Sturm mit Sturzregen. Die Dächer wurden abgehoben und Regen drang in die Häuser. Am 02.12. verlässt uns die Infanterie und an ihre Stelle kam andere Infanterie, die von Norden kam.

Am 16.12 machte die Infanterie einer Batterie Artellerie Platz, die bis zum 01.02.1940 hier blieb. Am 01.02.1940 kam eine andere Batterie, die bis zum 09.05.1940 blieb. Dann war es wieder ruhig im Dorfe. Am 09.03.1941 zog ein lebhaftes Völkchen, die Kradschützen, in Poll ein, die bis zum 09.06.1941 ein jugendliches Treiben im Dorfe entwickelten. Schönstes Einvernehmen herrschte zwischen der Einquartierung und den Einwohnern des Dorfes. Ein furchtbar feuriges Schauspiel entwickelte sich am Abend des 21.06.1941, als der Feind rings um Poll herum Massen von Stabbrandbomben abwarf.

Am 22.06.1941 begann der Krieg mit Russland, der so viele junge Deutsche hinwegraffte. Auch für Poll gab es die ersten Toten. am 08.05.1942 fiel Johann Krebs bei Tschudova-Wolchowa Front. Ihm folgte am 21.07.1942 Albert Denker, der an Fuß-Erfrierungen erkrankt aus Russland heimkehrte und im Lazarett Bergisch-Gladbach nach einer schweren Operation verstarb. Mit militärischen Ehren wurde er auf dem heimatlichen Ehrenfriedhof beigesetzt.

Draußen tobte der Krieg weiter und immer stiller wurde es im Dörflein, denn alte Jahrgänge und schwer zu entbehrende Männer wurden eingezogen. So gingen Laurenz Oepen, 52 Jahre alt und Engelbert Stockheim von seiner großen Familie zu den Waffen. Schon nach einigen Wochen kam die traurige Nachricht, dass Stockheim tot sei. Am 03.03.1943 war er in Arholzen, wo er ausgebildet wurde, bei einer Nachtübung so unglücklich von einer Felsenwand abgestürtzt, dass er tot liegen blieb. Auch er wurde mit militärischen Ehren auf dem Ehrenfriedhof in Poll beigesetzt.

Seit März 1943 wird Christian Fuß vermisst (amtlich gemeldet), der als Fahrer mit seiner Begleitung ber Wernesch in einem Walde überfallen wurde. Am 31.12.1943 verlor Johann Lock im Kampfe in Russland die untere Hälfte des rechten Unterschenkels, der amputiert wurde. 1944 nähert sich das Kriegsgeschehen gefahrdrohend von Westen her unserer Heimat. In großen Scharen überflogen uns die feindlichen Flieger mit ihrer verderbenbringenden Last, die deutschen Städte und Dörfer zu belegen. Am Pfingssonntage, dem 28.05.1944, mittags um 12 Uhr entstand in Poll ein großer Menschenauflauf. Ein seltenes, aber gefährliches Schauspiel zog an. Eine Luftmine von 20 Zentnern hatte sich losgelöst von ihrem Geleitgestell und flog selbständig über Funks Garten durch die Scheune von Fischer und den Kuhstall von Strohband und landete im ersten Stockwerk des Hauses Strohband auf einem Bette. Alles rennt, rettet, flüchtet. Die Nachbargehöfte mussten räumen. Am Nachmittag erging an alle Dorfbewohner der Befehl, sich in Sicherheit zu bringen. Viele gingen auf die Nachbardörfer, andere hielten sich auf dem freien Felde auf. Abends gegen 23 Uhr wurde die Mine entschärft und alle kehrten heim. Andern Tags wurde die Mine unter sachkundiger Leitung die Treppe herunter auf die Straße gebracht, wo dieselbe liegen blieb, bis die amerikanische Besatzung sie im März 1945 in einem Bunker am Wege nach Dorweiler sprengte.

Vom 09. bis 10.04.1944 hatten wir Einquartierung von einer Kompanie Infanterie, eine abgekämpfte Truppe. 10.09.1944: Plötzlich wurden die ausländischen Arbeiter eingezogen, weil der Gegner bis zum Hürtgener Wald vorgedrungen war. Als ein deutscher Gegenangriff den Feind etwas zurückgedrängt hatte, konnten die ausländischen Arbeiter wieder zurückkehren. Am 12.09.1944 große Rindviehabgabe. Von Wissersheim, Rath, Poll, Eggersheim wurde alles eingezogene Rindvieh in Poll auf der Wiese von Funk zusammengetrieben und sollte von der HJ bis zum Abtrieb bewacht werden. Aber wie? Die Einquartierung war fleißig beim Melken. 19.09.1944: Plötzlich ein starker Knall. Alle waren sehr bestürzt. Man lief in die Richtung des Knalles und fand etwa 1 km nördlich von Poll den Schrott einer V 1, die dort niedergegangen war. 28.09.1944: Bombenangriff auf die Baracken in der Hardt, worin mehrere hundert Hitlerjungen zum Schanzen im Sammellager waren. Da auch 7 Jungen aus Poll dabei waren, war große Aufregung im Dorfe. Viele andere Jungen fanden den Tod. Im Herbt 1944 gab es viele Schwierigkeiten in den Feldarbeiten durch die Fliegergefahr und den Artilleriebeschuss. Das Futter für das Vieh war kaum hereinzuholen. Die Zuckerrüben blieben im Felde und Herbstsaat konnte nicht bestellt werden Am 16.10.1944 bezog wieder Artillerie Einquartierung in Poll in solcher Menge, das das Dorf sie nicht fassen konnte. Darum baute man aus Strohballen und Holz in der Sandgrube Unterstände für die Mannschaften und Stallungen für die Pferde. Da war ein Leben und Treiben wie in einem Indianerdorf. Es folgte die Leibstandarte Adolf Hitlers, deren Offiziere fast alle drei Tage Festabende veranstalteten beim köstlichsten Essen, Cognac, Likör, Wein und Sekt. Ähnlich machten es die SS-Wallonen, deren Regimentskommandeur selbst Koch spielte, um köstliche Mahlzeiten zu bereiten für sich und seine Gesellschaf. Das Material wurde der Mannschaftsverpflegung entnommen. Die ersten Gänse, die während des Krieges aus Poll gestohlen wurden, gingen mit den SS-Wallonen.

Nun folgten im schnellen Wechsel SS Frondsberger, Windhunddivisionen, SA Mannschaften zur Bewachung der 100 Russen, welche Schanzarbeiten machten. Immer dichter wurde die Besatzung. Der Sturmflak folgte der Gefechtsstand der großen Flak; eine noble Truppe. Bei Schmitz war das Verpflegungsamt und die Waffenschmiede. Einmal waren sieben Küchen im Ort, ein Zeichen für die starke Besatzung der kleinen Gemeinde. - Am 13.11.1944 kamen als Flüchtlinge Familie Thelen aus Neußen bei Aachen und wohnte bei Dünnwald.

Am 16.11.1944 nachmittags, 15:30 Uhr, ein Angriff von unbeschreiblicher Größe und unermesslicher Ausdehnung auf die Stadt Düren. In einer halben Stunde war die Stadt Düren in ein Flammenmeer verwandelt. Furchbares Donnern, Brüllen und Tosen ging über Poll hinweg. Die Mauern bebten und die Menschen zitterten. 20.11.1944: Es kam aus Vilvenich bei Merken Familie Krauthausen mit 5 Personen, dabei 1 Franzose, 3 Pferde und 2 Kühe geflüchtet. Sie bezogen Quartier bei Funk, von wo sie am 25.02.1945 nach Vettenhennen flüchteten. 28.11.1944 kam aus Thum Familie Veithen und bezog mit 7 Personen, 1 Pferd, 2 Kühen Quartier bei Kurm. 30.11.1944 gin 200 m nördlich vom Dorf ein Bombenteppich nieder, der mit 145 Bomben das Feld vom Rott bis zum Dom bedeckte. Der Schaden ist jetzt noch nicht ganz beseitigt. - Erp und Vettweiß bekamen am gleichen Tage Bombenteppiche, die großen Schaden anrichteten. Am 15.12.1944 fielen 3 Phosphorbomben in das Dorf, von denen eins das Haus der Geschwister Lapp so sehr beschädigten, dass es unbewohnbar war. Geschwister Lapp nahmen Wohnung bei Heinrich Lapp. - Die Frontseite der Kirche, der Schule und des Hauses Kuß waren bei der Gelegenheit ein Flammenmeer, das zum Glück ohne Schaden blieb. Die Kirche hatte schon früher durch Artillerie-Einschlag gleich vor der Tür schwerden Schaden gelitten. Die Tür war zerschmettert und das Dach des Turmes abgedeckt, die Fenster eingedrückt, Balken, Bänke und Gewölbe beschädigt. Die Fenster sind erneuert, am Turm ist der Helm neu mit Schiefer gedeckt.

Am 23.12.1944 flog ein Flakgeschoss in den Hof von Geschwister Strohband mitten in eine Artillerie-Schmiede, wo Pferde und Mannschaften standen. Die Zerstörungen waren grauenhaft, 3 Soldaten, 1 Pferd und 1 Rind blieben tot, außerdem gab es 3 Verletzte. Am Weihnachtstage gab es bei einem Bombenangriff auf Gladbach 16 Tote und große Zerstörungen. Der Krieg tobte weiter, das Aussehen des Dorfes wurde kriegsmäßiger, es wurde geschanzt und geschafft. Gegen Ende Januar gab es bei der Flak Tote, dadurch, dass der Feind meist im Tiefangriff vorging. In einer Feldscheune lagen einmal 6 Tote nebeneinander. Bei Krebs gab es einen Toten durch unglückliches Handeln mit der Panzerfaust.

Am 10.02.1945 kam aus Gladbach Frau Groß mit ihren 3 Söhnchen, die ihren Vater am ersten Weihnachtstage durch Bombenangriff verloren hatten nach Poll in Evakuierung bei Kurm. 13.02.1945: Erster Artilleriebeschuss auf den Ort. Ein Splitter schlug Frau Maria Oepen geb. Krebs den rechten Arm ab. Volstra und Frau wurden im Bunker begraben und leicht verletzt. 15.02.1945: Stab der schweren Flak bezog Quartier im Hause Funk Nr. 40. Von Gladbach bis Poll Rotterweg lag Stellung neben Stellung. Klein-Flak, Geschützstände für schwere und leichte Artillerie, Laufgräben von einer zur anderen Stellung. Große Scheinwerferstellung am Gladbacher Weg, wo alle Männer die noch hier waren, als Flakwehrmänner am Abend Dienst tun mussten. Die Männer, die im Volkssturm waren, mussten zur Ausbildung nach Nörvenich und dann zu Schanzarbeiten hier am Ort und am Eggersheimer Berg.

22.02.1945: Morgens früh um 04:30 Uhr schwerer Artilleriebeschuss, 60 Schuss! Das Hochkreuz des Friedhofes sank in Trümmer. Die Kriegshandlungen mehrten sich und der Aufenthalt im Freien wurde immer gefahrvoller. Jeder sicherte nach Möglichkeit seine Habe. Die Gold- und Wertsachen aus der Kirche wurden eingegraben. 25.02.1945: Ein besonders schwerer Tag. Gleich morgens mussten die Kirchenbesucher mehrmals Deckung nehmen. Der Gottesdienst in Poll konnte mit knapper Not ausgehalten werden. Mittags Beschuss durch Tiefflieger, wobei 1 Oberleutnant in der Haustür von Becker tot blieb. Es wurde noch Vieh beschlagnahmt. Die Unsicherheit wurde immer größer. Darum hielt man die Räumung für am besten. Um 17:30 Uhr kam der Befehl der Räumung, der eine Stunde Zeit bis zum Abmarsch ließ. Das Aufpacken nahm zeit in Anspruch. Nachts um 24:00 Uhr ging es bei sternenklarer Nacht los unter dem Donner der Kanonen und dem Gebrüll der Flieger. Furchtbar war diese Fahrt auf Dorweiler-Pingsheim zu, ins Ungewisse. Hinter dem schwer bepackten Ackerwagen waren Pferde udn Kühe angebunden, die von dahinter schreitenden Frauen bewacht und getrieben wurden. ein schönes Kuriosum erlebte Heinrich Simons, der eine zurückgebliebene wertvolle Ziege holen wollte. Auf freiem Felde geriet er in Beschuss, die Ziege versagte und der Besitzer musste allein zu seiner Frau ziehen. - Einige haben gewagt, in Poll zu bleiben und zwar: Laurens Klug und Frau und Töchter Sibilla, Maria, Kordula mit 2 Kindern und Schwiegersohn, Malsbender und 1 Pole, ferner Arnold Schwarz und Schwester Gertrud, Frau Helene Dünnwald und Tochter Margarete, Frau Maria Fuß, 2 Enkel und Tochter Marg. Veithen und Christine Köhne und eine Meuser aus Gladbach. Diese erlebten furchtbare Entscheidungskämpfe der Artillerie, die viel Schaden in die Häuser und Ökonomien brachten. Wo blieben nun die Poller Flüchtlinge, wie ist es ihnen ergangen und wann kehrten sie heim? In Ahrem bei Lechenich blieben Esser Fritz und Willy, Familie Funk, Familie Franz Klug, Familie Kalscheuer, Familie Christ. Schmitz, Familien Heinrich und Peter Josef Simons.l In Ahrem war kein Kampf. Heimkehr am 12. und 13.03.1945. Familie Denker und Familie Koch flüchteten nach Lommersum. 1 Arbeitsochse ging durch Artilleriebeschuss verloren, Heimkehr am 14.03.1945. Geschwister Fischer, Flüchtlingsort unbekannt. Rückkehr 15.03.1945 - Familie Christ. Oepen nach Hücheln bei Uckerath, Rückkehr am 28.04.1945, Ochs, Kuh, Wagen verbrannt. Familie Laurenz Oepen nach Hücheln bei Uckerrath, Rückkehr am 28.04.1945. Familie Kurm nach Derenbach, Siegkreis, Rückkehr 29.04.1945. Familie Kuss nach Derenbach, Siegkreis, Rückkehr am 29.04.1945. Familie Laurens Kuß nach Wülfringhausen, Oberberg. Kreis, Rückkehr am 18.05.1945. Familie Heinr. Lapp nach Wülfringhausen, Oberberg. Kreis, Rückkehr 18.05.1945. Familie Spohr nach Buchen bei Eckenhagen, Rückkehr am 17.05.1945. Familie Niederklapfer nach Hassel, Rückkehr 13.05.1945. Ein Pferd von Esser beschlagnahmt. Familie Krebs und Familie Esser nach Kardorf (Vorgebirge), Rückkehr 18.03.1934. Geschwister Lapp nach Marienheide. Familie Becker nach "Auf der Heide" bei Brühl. Strohband Helene mit Fuhrwerk nach Hennberg (Westerwald), 1 Kuh verloren. Familie Strohband, Martin bei Gießen, Rückkehr am 12.07.1945. Familie Schmitz nach Niederpleis (Siegkreis). Auf der Rückreise wurde Frau Schmitz auf Margaretenhof bei Königswinter von einem Töchterchen entbunden.

Am 26.02.1945 baute sich die deutsche Artillerie auf dem Poller Friedhof ein, um den Feind zu beschießen. An den schönen Anlagen richteten sie wüsten Schaden an und gaben dem nahen Hause Klug einen Treffer. Bis 15.12.1945 war Josef Simons in Urlaub, versuchte dann, zu seiner Truppe zurückzukehren und ist seit dieser Zeit vermisst. 01.03.1945: An diesem Tage zogen die Amerikaner in Poll ein. Willy Malsbender wurde Bürgermeister. Da es in Poll keinen Widerstand gab, hatten die Zurückgebliebenen nichts zu leiden. Am 08.03.1945 brachten Herr Kaplan Klug, Herr Laurens Klug, Frl. Gertrud Schwarz die kirchlichen Gewänder in Sicherheit in das Haus Laurenz Klug.

Am 12.03.1945 kehrten die ersten Flüchtlinge zurück. Das Dorf machte einen recht kriegsmäßigen Eindruck. Die Straße in hohem Schlamm, die Häuser und Ökonomen mehr oder weniger beschädigt, um manche Häuser zersplitterte Möbel, die Wasserleitung versagt und kein elektrischer Strom. In der Kirche hatten wüste Kohorten versucht, die Tabernakeltür durchzuschießen. Viele, viele Treffen hatten nur Eindrücke, aber keine Durchschüsse erzielt. Darum schlug man die Köpfe der Nieten ab, die die Türplatten miteinander verbanden und kam so in den leeren Tabernakel. Welche Enttäuschung für die Unholden. 18.03.1945 hielt Herr Kaplan Klug eine Danksagungsmesse. An demselben Tag kehrte Karl Kurm als erster von der Wehrmacht heim, während seine Familie noch in Evakuierung war. Jetzt gab es viel, viel Arbeit in Haus, Hof und Feld und der Mangel an Arbeitskräften war groß. 30 Mann waren eingezogen. Vier Mann sind gefallen: Johann Krebs, Alb. Denker, Eng. Stockheim, Josef Strohband. Vier Mann in Gefangenschaft: Franz Becker, Theo Kuß, Suitbert Niederklapfer, Martin Simons. Zwei Mann vermisst: Christian Kuß, Josef Simons. Zwei Mann kriegsbeschädigt: Johann Lock, Unterschenkel amputiert, Peter Esser, Fußverletzung.

Am 27.04.1945 fiel Josef Strohband bei Füssen in Bayern. Am 08.05.1945 war Schluss des Krieges. Am 09.08.1945 trat die Wasserleitung wieder in Kraft. 23.08.1945 kam der elektrische Strom wieder nach Poll. 1946 wurden auf den Feldern soviel als möglich die Schäden des Krieges wieder ausgebaut und doch blieben bis heute manche Bombenlöcher ungeschlossen. 1946 wurden die vielen Bemühungen um die Wiedererrichtung einer Schule in Poll mit Erfolg gekrönt. Für die Schulstelle wurde ernannt ein Flüchtling, Lehrer Rudlof aus Eger im Sudetenland. 23.07.1946 wurde das Kreuz aus der Kirche feierlich in die Schule übertragen. 31.07.1946 erhielt die Kirche 6 neue Buntglasfenster mit figürlichen Darstellungen von der Familie Franz Melchior, Köln, Klapperhof. 01.01.1947 wurde Poll wieder mit einer Zeitung beliefert "Aachener Volkszeitung". 01.01.1947 erhielt Poll wieder Fernsprechanschluss, allerdings nur durch die öffentliche Fernsprechstelle bei Kuß Laurenz. 1947 Frühjahr wurde der Helm des Kirchturms neu mit Schiefer gedeckt. Bis heute ist der ganze Turm noch nicht fertig und es fehlt ihm auch der Hahn.

Am 03.07.1947 durfte Poll den Oberhirten der Diözese, den hochwürdigen Bischof Dr. van der Velden, begrüßen, der nachdem er in der Pfarrkirche gefirmt hatte, auch die Filialen Dorweiler und Poll besuchte. Die Bewohner hatten gewetteifert, den hohen Herrn durch Blumen- und Flaggenschmuck zu ehren. 1947 war das große Jahr der Dürre, das uns von Juni bis Oktober ohne durchgreifenden Regen ließ, so dass die Saaten nur ganz kläglich aufgingen. Dementsprechend waren auch die Erträge.

Quelle: Kopien aus dem Archiv W. Mertgens

Schreiber: noch unbekannt